

Die Gemeinde Hermannsburg ist seit 1971 ein staatlich anerkannter Erholungsort. Er liegt im Nordosten des Landes Niedersachsen, in der Lüneburger Heide, am Westrand des Naturparks Südheide und gehört verwaltungsmäßig zum Landkreis Celle. Die Örtze durchfließt den Ortskern während der Weesener Bach, der in Hermannsburg Lutterbach genannt wird, oberhalb des Lutterhofes in die Örtze mündet. Hermannsburg selbst ist mit seinen gut 8000 Einwohnern eine Kleinstadt. Die Kreisstadt Celle ist 28 Kilometer entfernt. Hermannsburg liegt 78 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Hannover und etwa 100 Kilometer südlich von Hamburg.
Geschichtliches
Im Jahre 1973 konnte Hermannsburg seine „Tausend-Jahrfeier" begehen. Dies geschah aus Anlass der tausendjährigen Wiederkehr des Todestages (27. März 973) von Hermann Billung, dem Gründer des Ortes. Man nimmt an, dass um 850 auf einer Flottsandinsel, nahe dem Thingplatz des Muthiwiddegaues, eine Taufkirche errichtet wurde. Die Umrisse des 1000-jährigen Fundamentes hat man auf dem Boden der Peter-Pauls-Kirche beim Umbau 1957-1959 aufgezeichnet. Gut hundert Jahre später errichtete eine der bedeutendsten deutschen Fürsten „Graf Hermann", aus dem Geschlecht der Billunger, ein Blutsverwandter von Otto dem Großen, eine Burg in der Nähe der Kirche. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1059, worin Kaiser Heinrich IV. den Namen Hermannsburg erwähnt.
Hermannsburger Mission

Ludwig Harms (1808-1865) gründete 1849 das Missionsseminar Hermannsburg. Harms war seit 1844 zunächst als Hilfsgeistlicher, später als lutherischer Pfarrer der St. Peter-Paul Kirche tätig. Er war Seelsorger und hatte eine große Begabung, lebendig zu erzählen. Sonntagabends versammelten sich die Dorfbewohner in der Diele des Pfarrhauses, um ihm zuzuhören. Seine Heimatgeschichten unterhielten und belehrten zugleich. Seine Erzählungen sind in den Sammelbänden „Honnig" (plattdeutsch) und „Goldene Äpfel in silbernen Schalen" veröffentlicht.
Mit seinen Predigten löste Harms eine Erweckung (Erweckungsbewegung) aus, die bis in das nahe Hamburg hinein wirkte. 1849 zogen die ersten Studenten in das von Harms neu gegründete Hermannsburger Missionsseminar ein. Zum ersten Leiter berief er seinen Bruder Theodor. Der beredte und energische Evangelist schaffte es, zahlreiche perspektivarme Heidjer für einen Dienst in der Mission zu interessieren. Harms hatte die Vision, in Ostafrika seine Missionsarbeit zu beginnen.

Es gelang ihm, von Spendengeldern ein eigenes Missionsschiff zu bauen, das nach der in Apostelgeschichte 8,27 erwähnten äthiopischen Königin „Candace" genannt wurde. Der Versuch, nach Äthiopien zu gelangen, scheiterte jedoch. Deshalb gingen die Hermannsburger Missionare in Port Natal (dem heutigen Durban) 1854 in Südafrika an Land. Dort begannen sie eine Arbeit unter den Zulu, und waren seit 1857 auch in Transvaal tätig. 1864 startete August Mylius seine Tätigkeit bei den Telugu im südlichen Indien, wo Karls Urgroßvater Thomas Petersen von 1866 bis 1894 als Missionar tätig war. Die Urgroßmutter, welche ihm als Braut 1867 nachfolgte, brauchte für die Überfahrt mit dem Segelschiff Candace 165 Tage.